Shortlist für Österreichischen Buchpreis 2026 bekannt gegeben

Die Jury des diesjährigen Österreichischen Buchpreises hat die Shortlist bekannt gegeben. Unter anderem sind Anna Baar mit Amselm (Wallstein Verlag) und Sabine Scholl mit Die zweite Haut (Weissbooks) nominiert. Die Verleihung des mit 20.000 Euro dotierten Preises findet am 23. November im Rahmen der Buch Wien statt.

In einer kunstvoll verschachtelten Erzählanlage entfaltet Anna Baar das vielschichtige Porträt einer vereinsamten, einst erfolgreichen Ärztin, die ihr eigenes Glück aus Loyalität und vermeintlicher Liebe immer wieder sabotiert und sich schließlich zutiefst schuldig macht. Mit großer psychologischer Präzision verbindet Amseln Sarkasmus, Realismus, Schonungslosigkeit und Verblendung. Die ungewöhnliche Erzählperspektive und die eigenwillige, sprachlich präzise Gestaltung verleihen der widersprüchlichen Hauptfigur eine eindringliche menschliche Ambivalenz. Ein vielschichtiger Roman über die Abgründe familiärer Bindungen, die Macht der Selbsttäuschung und das menschliche Bedürfnis nach Liebe, Anerkennung und Nähe.
aus der Jurybegründung

Cover

Anna Baar
Amseln
Roman

EUR 24,00
Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch
ISBN: 9783835362185 📋

Ein wortgewaltiger Roman über ein von bizarren Selbstinszenierungen geprägtes Frauenleben zwischen Psychodrama, mystischem Wahn und Groteske. Eine der geschlechtlichen Nötigung eines Patienten beschuldigte ehemalige Nervenärztin findet ein altes Foto: Es zeigt sie als junge Frau gemeinsam mit ihrer Schwester an einem Hotelpool in Luxor. Überwältigt von den Erinnerungsbildern beschließt die Frau, ihrem während jener Reise verschwundenen Geliebten die verheimlichte Wahrheit schriftlich nachzutragen. Ihre Briefe geraten zu einer Art Lebensbeichte. Hinter der Fassade des früh gealterten Mädchens …

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Die zweite Haut ist ein vielschichtiger Roman, der die Schnittstellen von Materialität, Identität und Geschichte mit eindrucksvoller sprachlicher Präzision ausleuchtet. (…) In Anlehnung an das Genre der Autosoziobiographie verwebt Sabine Scholl historische Recherchen mit feinsinniger Beobachtungsgabe und einer Selbstbefragung ihres Schreibens. Mit analytischer Schärfe und großer Empathie spürt sie den Spuren nach, die Textilien in Biografien hinterlassen: Kleidung als Schutz, als Zwangsjacke, als politische Aussage und als Trägerin von Erinnerungen. Dabei verbindet sie die Intimität des individuellen Erlebens bruchlos mit den großen Fragen von Konsum, Ökologie und feministischer Selbstbestimmung.
aus der Jurybegründung

Cover

Sabine Scholl
Die zweite Haut

EUR 24,00
Weissbooks
ISBN: 9783863372316 📋

»Über Stoffe berührten Mutters Hände mich. Ansonsten keine Umarmungen, keine Liebkosungen, sondern nur Zuschneiden, Anheften, Saumabstecken, wobei ihr Körper dem meinen nahekam.« Stoffe, Fäden, Nähen bildeten für eine ganze Generation ein wesentliches Element des Aufwachsens. So auch für die Erzählerin und ihre Brüder, die in prekären Verhältnissen in einem kleinen Dorf in Oberösterreich von ihrer Mutter geradezu eingenäht wurden. Anhand einzelner Kleidungsstücke wird ein ganzes Leben nachgezeichnet, Armut und Ausgrenzung, Scham, aber auch ein Ringen um Emanzipation der Erzählerin als …